Luftreinhaltung in Kärnten

Kreislauf der Luftschadstoffe

Bereits in der reinen Atmosphäre sind Spurenbestandteile wie z.B. Schwefeldioxid, Ozon und Stickstoffdioxid enthalten, die wir in höheren Konzentrationen in den bodennahen Luftschichten als Schadstoffe ansprechen und registrieren. Ganz allgemein werden als Luftverunreinigungen alle Stoffe angesehen, die die natürliche Zusammensetzung der Luft verändern. Von Schadstoffen hingegen spricht man nur dann, wenn schädliche Wirkungen der Luftverunreinigungen bekannt sind, wobei sich zwangsläufig die Frage nach ihrer Herkunft stellt. Grundsätzlich wird zwischen natürlichen Quellen und solcher anthropogener Herkunft (= vom Menschen verursacht) unterschieden, wobei in dicht besiedelten Ballungsgebieten bis zu 90 % der Luftschadstoffe durch menschliche Aktivitäten verursacht werden. Das Freisetzen eines Stoffes (z.B. Abgase aus Verbrennungs- bzw. Produktionsprozessen) aus einer Quelle (z.B. Rauchfang bzw. Auspuff) in das Ökosystem wird allgemein als Emission bezeichnet.

Ohne Schadstoffemissionen gäbe es keine Immissionsbelastungen. Luftreinhaltemaßnahmen müssen daher spätestens hier einsetzen, wenn nicht bereits durch die Veredelung von Rohstoffen (z.B. Senkung des Schwefelgehaltes in Brennstoffen) oder die grundsätzliche Vermeidung (z.B. Verzicht auf unnötige Fahrten mit dem Auto, Energieeinsparung) ein erster wesentlicher Schritt erfolgt. Die Ausbreitung der emittierten Luftschadstoffe in der Atmosphäre wird als Transmission bezeichnet, wobei es im Zuge der Transportvorgänge zu einer Verdünnung und chemischen Veränderung der Schadstoffe kommt.

Nach der Emission der Schadstoffe und deren Transport in der Atmosphäre ist das Konzentrationsausmaß der luftfremden Stoffe in der Atemluft – die Immission – ein wesentliches Kriterium für die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze, wobei sich über den Weg der Nahrungskette noch zusätzliche Schadstoffwirkungen ergeben (z.B. schwermetallbelastetes Gemüse). Insgesamt leiden alle Oberflächen unter dem gasförmigen, flüssigen und festen Schadstoffeintrag über die Luft. Luftschadstoffe müssen daher an ihrer Quelle bekämpft werden, denn einmal in die Atmosphäre gelangt, folgen sie ihrem natürlichen Kreislauf und belasten sowohl die Atemluft als auch den Boden und das Wasser.


Erfordernis von Immissionsmessungen

Unsere Luft ist ein Gemenge aus verschiedenen Gasen. Hauptbestandteile sind Stickstoff (78 %) und Sauerstoff (21 %). Weiters finden sich in geringer Konzentration Edelgase, Kohlenstoffdioxid und natürliche Quellgase. Wichtig für die Atmung und die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze ist eine schadstofffreie Luft mit entsprechender Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie genügend Sauerstoff.

Sauerstoff ist aber auch für alle Verbrennungsvorgänge notwendig. Diese sind es jedoch, die unsere Atemluft mit Schadstoffen belasten. Dabei werden Abgase, Staub, Rauch und viele chemische Verbindungen in derart hohen Mengen in die Atmosphäre abgegeben, daß ihr natürliches Reinigungssystem (Niederschläge, Bindung von Kohlenstoffdioxid in Pflanzen) nicht mehr ausreicht. Leider können die menschlichen Sinne viele der gefährlichen Schadstoffe in unserer Luft nicht erkennen und uns deshalb auch nicht rechtzeitig warnen. Um nun die Auswirkungen dieser luftfremden Stoffe einzuschränken bzw. zu vermeiden (Immissionsschutz), bedient man sich der modernen Luftmesstechnik.

Die Messergebnisse liefern den Behörden und deren Sachverständigen Grundlagen für die Reinhaltung der Luft und sollen die politischen Entscheidungsträger in die Lage versetzen, wirksame Gesetze und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu beschließen. Weiters dienen die Messungen zur Information der Bevölkerung über die Qualität der Luft und sind ein Beitrag für die Wissenschaft zur Erforschung der Auswirkung von Luftbelastungen auf den Menschen und seine Umwelt.


Weitere Informationen:

LinkLuftschadstoffe und ihre Auswirkungen_Info


Immissionsentwicklung der letzten Jahre

Die grafische Darstellung der Immissionsentwicklung der letzten Jahre veranschaulicht die Entwicklung an den einzelnen Messstellen sehr anschaulich.

 

Link: www.umwelt.ktn.gv.at/luft/Verlauf/v_ka11.htm

 

Andere Umweltpolitische Maßnahmen findet man im Umweltbericht des Landes

Download: Umweltbericht Kärnten 2009