Ziele im Naturschutz

Ziel ist ein ganzheitlicher Schutz von Natur und Landschaft, der biologischen Vielfalt, durch ihre Erhaltung, Pflege, Entwicklung und Nutzung entsprechend ökologischen, sozialen und ökonomischen Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Eine Integration des Naturschutzes in die Nutzung von Natur und Landschaft erfordert die Berücksichtigung der nachfolgenden Ziele (beispielhafte Auswahl). Diese sind zum Teil schon in Nutzungskonzepte integriert bzw. ist ihre Aufnahme in Entwicklung. Die Möglichkeit und Notwendigkeit der Integration hängt von den konkreten naturräumlichen Voraussetzungen einer Landschaft ab und steht im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie.

 

Ziele des Naturschutzes für die Agrarlandschaft

  • Ausweitung natur- und umweltverträglicher Produktionsweisen.
  • Aufbau von Biotopverbundsystemen und Bereicherung ausgeräumter Agrarlandschaften durch die Anlage naturnaher Biotope.
  • Einrichtung ausreichend großer Pufferzonen zwischen intensiv genutzten Flächen und empfindlichen, naturnahen Lebensräumen.
  • Wiederaufnahme extensiver Landnutzungsformen in bestimmten Gebieten.
  • Verhinderung von Flächenverlusten seltener oder gefährdeter Biotoptypen (z.B. durch Unterlassung von Erstaufforstung).

 

Ziele des Naturschutzes für den Wald

  • Erhaltung und Entwicklung standortgemäßer Waldbestände durch Orientierung der Baumartenwahl an der potenziell-natürlichen Waldgesellschaft.
  • Überführung standortswidriger, arten- und strukturarmer Bestände in gut strukturierte, vielgestaltige, naturnahe Bestandesformen.
  • Weitest mögliche Förderung von kleinflächiger Naturverjüngung.
  • Erhöhung des Anteils von Altholz sowie stehenden und liegenden Totholz auch in Wirtschaftswäldern im Rahmen eines gezielten Biotopholz-Managements.
  • Erhöhung des Flächenanteils von Beständen, die ihr natürliches Bestandesalter erreichen können (Altholzbestände), und damit von über die Optimalphase hinausgehenden Entwicklungsphasen (längere Umtriebszeiten).
  • Weiterer Ausbau des Naturwaldreservate-Netzes.
  • Schaffung breiter, abgestufter Waldränder mit Strauchmänteln, vorgelagerten Stauden- und Kräutersäumen sowie Pufferzonen zu angrenzenden agrarischen Nutzflächen.
  • Einsatz boden- und bestandesschonender Holzernte- und Bringungstechniken, insbesondere auf feuchten Böden, nährstoffarmen Böden und in steilen Lagen.
  • Verstärkter Einsatz kleinflächiger Hiebsformen und von Einzelstammentnahme.
  • Reduzierung des selektiven Verbisses von Wildtieren auf ein waldverträgliches Maß durch Anpassung der Schalenwilddichten an die Tragfähigkeit von Waldbiotopen unter Einbeziehung außerforstlicher und außerjagdlicher Einflussfaktoren.
  • Verstärkte Berücksichtigung ökologischer Kriterien beim Forststrassenbau.

 

Ziele des Naturschutzes für die Raumplanung

  • Verstärkte Berücksichtigung ökologischer Kriterien bei der Flächenwidmung.
  • Weitest mögliche Schonung naturschutzfachlich bedeutender Lebensräume bei Infrastrukturplanungen und sonstiger Planungen.
  • Erhalt und Wiederherstellung durchgängiger Grünzüge (Ausweisung von Grünraumvorrangzonen).
  • Herabsetzung der Versiegelungsrate.
  • Verzicht auf Neubauten in bestimmten Bereichen (z.B. im Einflussbereich von Fließgewässern).

 

Ziele des Naturschutzes bei Verkehrswegen

  • Ausbau und Errichtung von Verkehrswegen nur nach Abwägung und Berücksichtigung verschiedener Varianten einschließlich der Null-Variante.
  • Neue Straßen so planen, dass naturnahe Biotope umgangen werden.
  • Talräume, die Tier- und Pflanzenarten als Ausbreitungsachsen dienen, von weiteren Verkehrswegen freihalten.
  • Errichtung von Grünbrücken.
  • Verzicht auf Asphalt- oder Betondecken auf Nebenstrecken und Wegen.

 

Ziele des Naturschutzes im Siedlungsraum

  • Einschränkung der weiteren Zersiedelung der Landschaft.
  • Herabsetzen der Pflegeintensität öffentlicher Grünflächen.
  • Entwicklung von Altbaumbeständen.
  • Erhalt bzw. Neuentwicklung dorftypischer Lebensräume (Bauerngärten, Alleen etc.).
  • Reduktion von Lichtimmissionen/Lichtemissionen (z.B. Ausstattung öffentlicher Beleuchtungsanlagen mit Natriumdampf-Hochdrucklampen)

 

Ziele des Naturschutzes für Gewässer und Feuchtgebiete

  • Erhaltung von Gewässerstrecken, die dem gewässertypspezifischen Zustand entsprechen.
  • Rückführung von Gewässern in den gewässertypspezifischen Zustand bzw. eine bestmögliche Annäherung (Revitalisierung).
  • Erhaltung und Schutz von Überschwemmungswiesen, Augebieten und anderen Feuchtgebietstypen.
  • Renaturierung von Feuchtgebieten z. B. durch Wiedervernässung.
  • Wiedereinbindung des Gewässerumlandes in das Gesamtsystem Flusslandschaft.

 

Ziele des Naturschutzes bei der Erholungsnutzung

  • Erholungsnutzung in naturnahen, empfindlichen Ökosystemen in beschränktem Maß und auf Grundlage von abgestimmten Lenkungsmaßnahmen.
  • Konzentration der in der freien Natur betriebenen Massensportarten auf wenige Zentren.
  • Sorgsame Planung von touristischer Infrastruktur unter besonderer Berücksichtigung und Schonung naturschutzrelevanter Landschaftsteile.
  • Verstärker Aufbau von „Naturzentren“, in denen Interessierten die Möglichkeit geboten wird, Natur zu erleben.
  • Entlastung übermäßig erholungsgenutzter Gebiete durch verbesserte Planung und Steuerung.

 

Ziele des Naturschutzes bei Jagd und Fischerei

  • Verstärkte Orientierung der Jagd an den Prinzipien der Nachhaltigkeit
  • Im Rahmen der Fischerei sollte auf den Besatz von nicht-heimischen Arten sowie in naturnahen, nicht oder nur wenig belasteten Gewässern auch auf den Besatz mit einheimischen Arten verzichtet werden

 

Quelle: www.naturschutz.at