Ein Beispiel

 

Volksschule Lind ob Velden

Das bestehende Schulgebäude stellt sich als massives Volumen in der Form eines vergrößerten Satteldachhauses im Stil der 1960iger Jahre dar. Seit dem Bau der Bundesstraße B83 in den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts und der damit verbundenen neuen Erschließung und Verkehrsberuhigung rund um das Bildungsareal, befindet sich das Gebäude inkl. Vorzone jedoch städtebaulich optisch in einer Mulde – man nähert sich dem Gebäude von der Hauptstraße aus im ersten Obergeschoß. Der Turnsaalzubau der 1990er Jahre wurde im Norden angefügt und tritt städtebaulich kaum in Erscheinung. Die wesentlichen Elemente des Sanierungskonzepts sind eine thermische Gesamtsanierung mit einer ökologisch hochwertigen Hülle (erdberührende Bauteile, Fassade und Fenster, sowie das Dach), eine thermische Sanierung der Bodenplatte, sowie die Integration einer energieeffizienten Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Durch diese Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung werden einerseits die (Lüftungs-) Wärmeverluste verringert und andererseits den Schülern eine entsprechend gute Luftqualität zur Verfügung gestellt. Dadurch erhält man eine hohe Nutzungsqualität aller Räume und es wird zu einer Verbesserung des Lernerfolges beitragen.

Weiteres führen die Sanierungsmaßnahmen zu einem erheblichen Mehrwert des Gebäudes hinsichtlich nachhaltig bestehender Gebäudequalität, Nutzerkomfort, Energieeffizienz und Öffentlichkeitswirkung. Ziel der architektonischen Gestaltung war es dem volumenmäßig kaum veränderbaren Gebäudebestand einen kindlichen Maßstab einzuhauchen und damit dem Gebäude seine Schwerfälligkeit zu nehmen. Diese Leichtigkeit des Entwurfes wurde dadurch erreicht, dass dem Gebäude scheinbar das Fundament entzogen wird. Das entstehende durchgehende Sockelband wird optisch in einzelne Bausteine aufgelöst. Das Gebäude erhält so seine spielerische Leichtigkeit, welche einem Schulgebäude entspricht. Die Wandflächen zwischen den Fenstern wirken wie Pfeiler auf denen das Gebäude ruht. Durch das „umlaufende Band der Bausteine“ besteht nicht mehr das Gefühl einer landschaftlichen Muldensituation, sondern das Schulgebäude „verliert bewusst den Boden“. Die optisch dominante Dachfläche wird durch das „Ausklappen“ einer kubischen Gaupe in Ihrer Dominanz durchbrochen. Dadurch wurde ein Multimediaraum auch für öffentliche Zwecke (Eltern-, Gesangsverein, Lesungen, etc.) geschaffen. Ergänzt wurde das Konzept noch durch die Anbringung einer Photovoltaikanlage.

 

Einige Eckdaten:

• Auftraggeber: Marktgemeinde Velden am W/S, Orts- und Infrastrukturentwicklungs-KEG

• Baujahr: 2010

• Nettonutzfläche: 1485 m²

• Heizwärmebedarf vor und nach der Sanierung: 115 kWh/m²a – 7,4 kWh/m²a

• Sanierung in Passivhausqualität